/unterwegs/,  Weingut,  Weinregion

Nordburgenland: Kracher, Schwarz, Reeh

Unsere Burgenlandtour ging im Nordburgenland am Neusiedlersee gleich gut los. Bei der Süsswein-Institution Kracher, die auch trocken eine gute Figur machen. Fleisch- und Rotweinpower bei Michael Schwarz und beim echten Großbetrieb von Hannes Reeh.

Unseren Tag im Nordburgenland haben wir mit dem Weingut begonnen, das mit seinen unvergleichlichen Süßweinen weltweit in aller Munde ist. Am Neusiedlersee herrschen optimale Bedingungen für die wunderbare Edelfäule „Botrytis cinerea“, die vom Weinlaubenhof Kracher dann zu den besten Süßweinen verarbeitet wird. Wer tatsächlich noch nie einen Kracher Süßwein probiert hat, sollte die Genusslücke unbedingt schließen und nicht zwingend zu einem Dessert, sondern gerne auch mal zu Käse, den wir vor Ort auch in einer hauseigenen Variante genießen konnten. Kracher kann aber auch trocken. Der Chardonnay Kreuz hat uns sehr überzeugt und von der Cuvee K aus Welschriesling, Chardonnay und Scheurebe haben wir auch eine Flasche mitgenommen.

www.kracher.at

Als nächstes ging es zu dem starken Vater-Sohn-Duo Hans und Michael Schwarz. Vater Hans wird von seinen Freunden liebevoll „Butcher“ genannt, weil er ursprünglich mal als Fleischer angefangen hat und der Weinbau lange nur Privatvergnügen im landwirtschaftlichen Mischbetrieb war. Die meisten Trauben gingen damals noch an seinen Freund Alois Kracher, der ihn schließlich Ende der 1990er zusammen mit Manfred Krankl vom kalifornischen Kultweingut Sine Qua Non dazu ermutigte seine eigenen Weine zu machen. Schnell war klar, dass das genau die richtige Entscheidung war. Der „Schwarz Rot“ erreichte schnell eine für Zweigelt bislang unbekannte Dichte und Struktur und die Schwarz-Weine werden seither regelmäßig mit Top-Bewertungen ausgezeichnet. Sohn Michael, der 2017/18 das Tagesgeschäft übernommen hat, hat uns bei unserem Besuch einfach mit in den „Keller“ genommen und wir konnten uns bei einigen Fassproben davon überzeugen mit welcher Leidenschaft und Experimentierfreude er die Familientradition fortführt. Zum einen natürlich mit den Weinen in der Flasche, wie auch auf der Flasche mit dem Etikett der „The Butcher“-Linie, die er inzwischen um weitere Rebsorten erweitert. Aber auch mit der Fleischerei, die den beiden Männern als Hobby geblieben ist. Denn gute Laune, gutes Essen und gute Weine gehören bei Schwarz einfach untrennbar zusammen. Obwohl sie aktuell bereits mit mehr als 800 Holzfässer arbeiten, wird aktuell noch gebaut. Und Michael wird den weiteren Platz ganz sicher für weitere spannende weitere Weine zu nutzen wissen und zum Glück genauso unorthodox bleiben, wie sein Vater die Weinreise begonnen hat. Wir sind gespannt und freuen uns schon sehr drauf!

Zu guter letzt waren wir schließlich noch bei einem echten Großbetrieb, der in nur wenigen Jahren ein wahnsinniges Wachstum hingelegt hat. 2007 hat Hannes Reeh noch mit rund 20 ha das Weingut übernommen, inzwischen bewirtschaftet er bereits mehr als die vierfache Menge und damit ist noch lange nicht Schluss. Das hochmoderne Andauer Weingut ist wirklich beeindruckend und hat noch für deutlich höhere Kapazitäten ausgelegt. Der Hof und in der Allzweckhalle werden auch regelmäßig für verschiedene Events wie Kinoabende und Hofbrunche genutzt. Bei den Weinen hat sich Hannes Reeh vor allem mit seiner Unplugged-Linie einen Namen gemacht und er steht für unkomplizierte und ungekünzelte Weine.

www.hannesreeh.at

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.